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Rheinhessische Patienteninformation
 

Inkontinenz

 
 

Inkontinenz – nicht nur ein Problem des Alters

30. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

Berlin, 12.01.2006 Frauen im mittleren Lebensalter sind deutlich häufiger von Harn­inkontinenz betroffen als Männer. Darauf haben Experten beim 30. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin hingewiesen.In Deutschland leidet etwa jede neunte Frau zwischen dem 45. und dem 64. Lebensjahr an unfreiwilligem Harnverlust, jedoch nur etwa jeder 40. Mann in diesem Alter. Mit zunehmendem Alter gleicht sich dieser Unterschied aus. Vom 85. Lebensjahr an ist – statistisch betrachtet - jeder sechste Bundesbürger ungeachtet des Geschlechtes von Inkontinenz betroffen. „Inkontinenz tritt nicht nur im Alter auf, sondern in verschiedenen Lebensabschnitten“, erklärte Dr. Detmar Jobst, niedergelassener Allgemeinarzt in Bonn und Lehrbeauftragter an den Universitäten Bonn und Düsseldorf. Die Erkrankung isoliere die Betroffenen und mache sie abhängig von nah gelegenen Toiletten, von Hygieneartikeln, Medikamenten, ärztlichen Maßnahmen bis hin zu künstlichen Harnableitungen.

Harninkontinenz ist ein soziales Thema. „Falsche Vorstellungen in der Bevölkerung wie die, dass Inkontinenz zum Älterwerden dazugehöre und unvermeidbar sei, sind ein Grund dafür, dass viele Inkontinenzbetroffene gar keinen Anlass für eine ärztliche Konsultation sehen. Doch das ist ein Irrtum. Vielen Betroffenen ist bereits mit einfachen, konservativen Maßnahmen zu helfen“, sagte Dr. Christina Niederstadt vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, auf dem zentralen Fortbildungskongress der Bundesärzte­kammer. Mit Hilfe eines physiotherapeutischen Beckenboden­trainings oder auch verschiedenen Entspannungstherapien könne vielen Patienten geholfen werden, die „soziale Kontinenz“ zu erlangen, die für die Lebensqualität entscheidend ist.

Der individuelle Leidensdruck der Betroffenen sei erstaunlicherweise nicht so groß, wie es das Ausmaß der Inkontinenz vermuten lässt. „Es erscheint aber realistisch, dass etwa sechs Prozent der Bevölkerung, d.h. circa 4,8 Millionen Bundesbürger, durch unfreiwilligen Harnverlust im sozialen Leben gestört und in der Lebensqualität beeinträchtigt sind. Bei der hausärztlichen Inkontinenz-Therapie ist das ärztliche Beratungsgespräch von fundamentaler Bedeutung“, erklärte Niederstadt. Dabei könnten bereits unkomplizierte Inkontinenzformen von potenziell gefährlichen, mit Schmerzen oder Fieber einhergehenden Verläufen abgegrenzt werden.

Auf die entwickelten differenzialdiagnostischen Möglichkeiten der Urologie wies der Bonner Urologe Ayk-Peter Richter hin. Besonders für die häufig vorkommende Prostatavergrößerung des Mannes stünden inzwischen spezifische Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

(Falk Osterloh)

 
 
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